SIGHTSEEING>>> BROADWAY

New Yorks längste und zugleich berühmteste Straße ist sicherlich der Broadway, ja es gibt nicht wenige, die den Broadway für die berühmteste Straße der Welt halten. Vieles kann dafür ins Feld geführt werden: Nicht weniger als 38 Theater öffnen täglich dem Publikum ihre Pforten.
Am Broadway liegen die berühmtesten Hotels der Stadt und vielleicht sogar der Welt. Die im „Canyon of Heroes“, einem Teil des Lower Broadways, stattfindenden Konfettiparaden sind Legende (seit 1886 mehr als 200). Zahlreiche Museen locken die Besucher ebenso an, wie auch exklusive Geschäfte, Restaurants und Cafes immer wieder zum Verweilen und Flanieren einladen.
Auf dem Broadway wurde 1860 mit 71/2 Stockwerken das erste Hochhaus gebaut und heute gibt es dort mehr Wolkenkrartzer als anderswo auf der Welt. Nicht zuletzt gilt die Straße mit einer Gesamtlänge von 150 Meilen (241 km) – von Bowling Green bis nach Albany – als eine der längsten, wenn nicht die längste „Stadtstraße“ der Welt.
Begonnen hat alles recht bescheiden: Im Gegensatz zu den Engländern, die, wo immer sie hinkamen, ihre neue Welt nach englischen Vorbildern aufbauten, nutzten die Niederländer bereits vorhandene Strukturen, um sie in ihrem Sinne weiter auszubauen. Genau so geschah es mit dem Broadway. Er war einst in dieser Region der wichtigste Pfad der amerikanischen Indianer, wurde Wickquasgeck Trail genannt, und durchquerte die Urwaldlandschaft Manhattans von Nord nach Süd.
Wo der Broadway heute endet, in Bowling Green, erinnert das Smithsonian National Museum of the American Indian an die ersten Bewohner der Region, die Algonquian Indianer. So war es nur natürlich, daß die Holländer diesen Pfad zur Straße ausbauten, um von Nieuw Amsterdam am südlichsten Zipfel zu den anderen Punkten der Insel zu gelangen. Insbesondere im südlichen Teil ging der Ausbau der Straße zügig voran und führte direkt nach Fort Amsterdam hinein. Die Straße wurde von den Holländern Heerestraat oder auch Breedeweg (breiter Weg) genannt. Als die Engländer schließlich 1664 New York übernommen hatten, war die Umbenennung von Breedeweg zu Broadway nur natürlich.
Heute entspricht der Verlauf des Broadway nicht mehr genau dem des ursprünglichen Indianerpfades, aber die wichtigste Nord-Süd Verbindung ist er genauso geblieben, wie seine Entwicklung der Manhattans und sogar darüber hinaus New York Citys gleichzusetzen ist. Die rasante, reiche und so vielfältige Geschichte der Stadt von der Kolonialsiedlung bis zum urbanen Komplex in der geschichtlich so kurzen Zeitspanne von vier Jahrhunderten gilt für die Straße in gleicher Weise wie für die ganze Stadt.
In der Theaterwelt ist der Broadway zum Symbol bester Theaterkultur geworden und die Broadway Theater befinden sich alle in dem Bereich zwischen W.41st Street, hier ist das Nederlander Theater, hinauf bis zur W. 53rd Street, wo das Broadway Theater zu finden ist. Auf dem Broadway selbst sind allerdings nur vier Theater gelegen (Marquis, 46th Street; Palace, 47th Street; Winter Garden, 50th Street und Broadway, 53rd), alle anderen Häuser sind östlich oder westlich dieses Straßenabschnittes von 12 Blocks angesiedelt. Dieser Teil des Broadways wird auch „the Great White Way“ genannt. Hier aufzutreten ist das große Ziel vieler Schauspieler und besonders der Sänger. Bei der jährlichen Verleihung des Tony Award für die beste Show-Neuinszenierung bzw. Wiederinszenierung berücksichtigt zu werden, ist die Garantie für den Welterfolg eines Sängers, Schauspielers oder Regisseurs. Die Theaterwelt allerdings ist um den Broadway herum längst nicht zu Ende, die Bezeichnung off Broadway (Theater abseits des Broadways) und off off Broadway (Theater weit abseits des Broadways) sind ebenfalls längst zum Markenzeichen geworden.