New York History - Die Geschichte einer Stadt

New Yorks Anfänge



Manhattan, das Herz von New York, wurde von dem florentinischen Kaufmann Giovanni da Verranzano im Jahre 1524, unterwegs im Auftrag des französischen Königs Franz I., entdeckt. Hier lebten die Alonquin-lndianer, die ihre Insel "Manna-hatta" oder "Manahtin" (hügelige Insel) nannten, und überwiegend die Nordostküste bevölkerten. Der Broadway war ursprünglich eine Handelsstraße der Alonquin Indianer und hieß damals Wiechquaekeck Trail.


 Verranzano berichtete, zurück in Europa vom "weiten, schönen Land", das Interesse des Königs, der für sich darin nicht viel Nützliches sehen könnte war aber nur gering. Erst gut 80 Jahre später, 1609, befuhr der Engländer Henry Hudson, auf der Suche nach einer Nordwest-Passage nach Indien einen Fluß, der später nach ihm "Hudson River" benannt wurde, und erkannte die ideale Handelsbedingungen dieser Region für seinen Auftraggeber. Die Holländische Westindische Kompanie erwarb dann 1621 die Handelsrechte für das gesamte Gebiet, die sog. "Neuniederlande", die sich von Cape May (New Jersey) bis nach Neuengland erstreckten, und errichtete hier ihre Handelsstationen. 


In den darauf folgenden Jahren ließen sich hier immer mehr niederländische Auswanderer nieder und nannten die Siedlung "Nieuw Amsterdam". Auch der Deutsche Peter Minuit (oder Minnewit), ein Kaufmann aus Wesel, gehörte zu den Einwanderern. Im Mai des Jahres 1626 tauschte er gegen ein paar Glasperlen, Messer und Beile (im Wert von rund 60 Gulden = 24$) die gesamte Insel Manhattan von den Leni Lenape Indians in Bowling Green ein.

Peter Minnewit wurde auch der erste Gouverneur der Insel, die in erster Linie von Sträflingen und Sklaven bewohnt war. Hohe Kriminalität und Streitereien mit den hier lebenden Indianern standen auf der Tagesordnung. Weder Peter Minnewit, noch diverse Nachfolger schafften es, Herr der Lage zu werden. So kam es, daß die Holländische Westindische Kompanie Peter Stuyvesant zum neuen Gouverneur ernannte. Er setzte mit harten Bandagen und eiserner Faust dem Chaos ein Ende. 1653 ließ er im Norden der Siedlung einen Wall zum Schutz vor die Indianer bauen, hier verläuft heute die danach benannte Wall Street.

Unter dem Druck der Westindischen Kompanie, zu deren Aktionären auch reiche Amsterdamer Juden gehörten, musste Stuyvesant, der als Protestant keine Juden einwandern ließ, die Tore auch für öffnen. Die Einwohnerzahl stieg in dieser Zeit auf 1500 Menschen.

Letzten Endes konnte Stuyvesant es auch nicht verhindern, daß 1664 die Briten die Kolonie übernahmen. Die Bewohner, froh den diktatorischen Gouverneur los zu werden ergaben sich den Briten kampflos. Und so bekam dann die Stadt auch einen neuen Namen: "New York" (benannt nach dem Earl of York, Bruder des britischen Königs).



1683 wurde die erste Stadturkunde von New York erstellt. Zu diesem Zeitpunkt lebten fast 4000 Menschen in der Stadt. Im Jahre 1689 rief der Frankfurter Hauptmann Jacob Leisler zu einer Revolte auf, scheiterte, und wurde gehenkt. 1693 errichten die Briten 92 Kanonen im "Battery Park" zum Schutz vor feindlichen Angriffen.


Den Wunsch nach Selbstbestimmung der New Yorker beantworteten die Briten mit der Belegung hoher Zölle auf die Handelsgüter, was jedoch zur Folge hatte, daß der Schmuggel drastisch anstieg. 1733 gründete der Deutsche Johann Peter Zenger das "New York Weekly Journal". Seine Kritik am Gouverneur und dessen Politik brachte ihm zunächst 10 Monate Kerker ein, er wurde jedoch 1735 durch das spektakuläre Plädoyer seines Anwaltes Andrew Hamilton für die Pressefreiheit in einem aufsehenerregenden Prozeß freigesprochen. Diese Rede gilt als erstes bedeutendes Plädoyer für die Pressefreiheit in der amerikanischen Geschichte.



New York und der Unabhängigkeitskrieg



Immer wieder versuchten die Briten, wie schon in Boston am 16.12.1773, durch Zölle, die Kolonisten in ihre Schranken zu weisen. Und so kam es auch in New York am 22. April 1774 zu einer "Tea Party": Die New Yorker enterten ein Schiff der Engländer und vernichteten den Tee, aus Protest gegen die ungerechte Teesteuer.

Im darauffolgenden Jahr bracht in Lexington, Massachusetts, der amerikanische Unabhängigkeitskrieg aus. Als die Unabhängigkeitserklärung in New York verlesen wurde, zerstörten aufgebrachte Demonstranten die Statue von König George III. in Bowling Green.

Nach Washingtons Sieg über die Briten in Boston, verließ ihn in New York sein Kriegsglück: Er mußte mit ansehen, wie eine übermächtige britische Heeresmacht überr als 5.000 Soldaten töteten. Während der folgenden sieben Jahre befand sich New York in britischer Hand. In den Jahren 1776 und 1778 zerstören Großfeuer fast 25 % der Stadtfläche, es herrscht große Armut unter der New Yorker Bevölkerung. Trotzdem wird im Jahr 1784 New York die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika.



George Washington kam erneut nach New York, um die erlangte Freiheit zu feiern und wird 1789 – ein Jahr nach der Ratifizierung der Verfassung der Vereinigten Staaten – am 30. April zum ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt Seine Antrittsrede hält er vor der heutigen "Federal Hall".

1790 wird Philadelphia Hauptstadt. Langsam entwickelt sich New York zur Wirtschaftsmetropole der USA, ein Hauptgrund dafür ist die Börsengründung in der Wallstreet im Jahre 1792.


New York im 19. Jahrhundert


Anfang des 19. Jahrhunderts zählt New York gerade mal rund 35.000 Einwohner. 1811 legt John Randal den Stadtverordneten einen städtebaulichen Entwurf vor: Manhattan wird in ein Rechteckraster eingeteilt, bestehend aus breiten Avenues in nord-südlicher Richtung und halb so breiten Street in ost-westlicher Richtung. Der Weitblick J. Randals war auch gut, denn bis 1840 stieg die Einwohnerzahl in New York auf 312.000 Menschen. Besonders viele Einwanderer aus Europa suchten ihr Glück in New York. Allein bis 1890 kamen über 1 Million Deutsche an. 1892 entschloss man sich auf Ellis Island ein Einwanderungszentrum errichten. Bis 1954 dem Jahr der Schließung als Einwandererinsel betraten rund 17 Millionen Menschen hier erstmals amerikanischen Boden.

1898 wurden die heutigen Stadtteile Manhattan, Brooklyn, Queens, Bronx und Staten Island zu "Greater New York" zusammengefaßt. Innnerhalb nicht einmal 90 Jahren ist New York mit nunmehr 7,3 Millionen Einwohnern zur drittgrößten Stadt der Welt geworden.

Der Amerikanische Bürgerkrieg von 1861-1865 hatte auch für New York eine besondere Bedeutung. Über 80.000 Freiwillige meldeten sich, die Stadt stellte beträchtliche Geldmittel zur Verfügung. Mit Einführung der Wehrpflicht 1863 kam es zu schweren Unruhen, weil sich Reiche für 300 Dollar von der Wehrpflicht freikaufen konnten.

Vom 13. bis 16. Juli 1863 ziehen mehr als 50.000 Menschen, sengend und mordend durch die Straßen New Yorks, stecken Häuser an, plündern und lynchen ("Draft Riots"). Der Mob kann erst durch den Einsatz von mehreren Regimenten gestoppt werden. Traurige Bilanz dieser chaotischen Tage: über 2.000 Tote und mehr als 100 zerstörte Gebäude.

Das 19. Jahrhundert war für New York vor allem wirtschaftlich entscheidend. Männer wie Vanderbilt, Rockefeller und Astor wurden durch Handelsgeschäfte und Spekulationen immens reich. Das Bankengeschäft entwickelte sich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor. Einen weiteren Meilenstein für den wirtschaftlichen Erfolg New Yorks war 1825 die Eröffnung des Erie-Kanals. Hierdurch erhielt New York eine direkte Seeverbindung nach Chicago.

Der wirtschaftliche Erfolg machte sich vor allem im Bild der Stadt bemerkbar: 1883 wurden die Brooklyn Bridge und die Metropolitan Opera eröffnet, 1886 die Freiheitsstatue und 1891 die Carnegie Hall mit einem Konzert unter der Leitung von Peter Tschaikowski eingeweiht. 1835 konnte es sich die Stadt bereits leisten, die Gastgeberrolle für die Weltausstellung zu übernehmen. Und 1904 nahm New York als sechste Stadt der Welt eine Untergrundbahn in Betrieb. Sie verband die City Hall mit dem Times Square. Mit mehr als 400 Kilometern Gleisen ist sie heute die längste der Welt.


New York in der Zeit der Weltkriege

Zur Jahrhundertwende hatten alle namhaften Unternehmen einen Firmensitz in New York , die Wirtschaft boomte. Der Hafen von New York wurde zum bedeutensten des Landes. Dies hatte aber auch eine Schattenseite: die Ausbeutung der mehr als genug vorhandenen Arbeitskräfte. Als dann im Jahre 1911bei einem Brand einer Textilfabrik über hundert Arbeiter starben, fing man an sich Gedanken über Reformen zu machen.

Der 1. Weltkrieg hatte kaum Auswirkungen auf das Leben der Stadt. Das Kriegsende gab New York einen weiteren Schub nach vorne, die 20er Jahre standen in New York für Wohlstand und Genuß. Bis zum 29. Oktober 1929, dem "Schwarzen Freitag"! Es kam zum legendären Börsenkrach und zur „grossen Depression“, bei der viele Menschen Hab und Gut verloren. Die Folge: über 30 % der Betriebe mussten schließen, viele wurde arbeitslos. Aber ihren Kummer durch Alkohol ertränken konne man auch nicht, denn es gab 13 Jahre ein striktes Alkoholverbot: die Prohibition. Der Verkauf und Ausschank von Alkohol wurde verboten.

Trotz der Wirtschaftskrise wurden wichtige Bauvorhaben durchgeführt. Hatte man bereits 1902 New Yorks erstes Hochhaus, das Flatiron Building, gebaut, so entstanden nun richtige Wolkenkratzer wie das Empire State Building (1930), das Chrysler Building (1931) und das Rockefeller Center (1940).

1934 bekam New York einen neuen Bürgermeister: Fiorello LaGuardia. Die von Ihm initierten Maßnahmen brachten New York wieder nach vorne. Zum Kriegsende 1945 war New York wieder an der Spitze des wirtschaftlichen Erfolgs.

Als die USA 1941 in den II. Weltkrieg eintraten, leisteten auch die New Yorker ihren Kriegsbeitrag:

Viele deutsche Künstler, Wissenschaftler und andere Intellektuelle wanderten, teilweise unter dramatischen Umständen, in den 30ern und 40ern in die Staaten aus. Unter ihnen war auch eine große Anzahl deutscher Juden. Um die Aufnahme der Flüchtlinge zu erleichtern, lockerten die USA 1921 erlassene strenge Einwanderungsbestimmungen. 1941 traten die Vereinigten Staaten in den Krieg ein. New York, der größte Hafen im Atlantik, erhielt als Kriegshafen eine besondere Bedeutung. Der Navy-Stützpunkt Brooklyn operierte unter voller Auslastung.

Der Zweite Weltkriege endete 1945. Noch im gleichen Jahr stürzte ein Bomber der US-Army bei dichtem Nebel in das Empire State Building. 14 Menschen, einschließlich der Flugzeugbesatzung, fanden dabei den Tod.

Nach dem Krieg zog es viele Puertorikaner nach Norden und die meisten von ihnen ließen sich in New York nieder. Später nannte man dies „The Great Migration“. Die Einwanderer aus Puertorico nennen sich heute nicht ohne Stolz “the Neuyoricans“, eine Zusammenfassung aus New Yorkers und Puertoricans.


Das heutige New York

Auch nach dem II. Weltkrieg erlebte New York viele Höhen und Tiefen. Seit Ende des II. Weltkrieges nimmt New York den ersten Rang unter den Metropolen dieser Welt ein. Die Charta der Vereinten Nationen wurde verabschiedet und 1946 wurde New York zum ständigen Sitz der UN gewählt. 1947 errichteten die Vereinten Nationen in der Stadt ihre Zentrale, immer mehr Wolkenkratzer in abenteuerlichen Glas-Stahl-Konstruktionen wurden ab dem Ende der 40er Jahre gebaut. So wurde 1953 das neue UNO Gebäude feierlich eingeweiht. Im darauffolgenden Jahr wurde das „Ellis Island Immigration Center“ geschlossen. Der "McCarren-Walter Act" von 1952 beseitigte alle Schranken betreffend die Rasse und Volkszugehörigkeit der Immigranten und räumte der Qualifikation, dem handwerklichen Können und den Einsatzmöglichkeiten den Vorrang bei der Einbürgerung in die Vereinigten Staaten ein. So war es obsolet, das Zentrum weiter zu betreiben.

Der immense Anstieg der Bevölkerung New Yorks und zum Teil auch die unwürdige Behandlung gewisser sozialer Schichten führte zu Unruhen in den 60er Jahren. In dieser Zeit spielte die Bewegung „Black Power“ eine bedeutende Rolle. Es war ihr Anliegen, das neue Rassenbewußtsein der Schwarzen in den USA zum Ausdruck zu bringen. Die einzelnen Organe der Black Power sind in der nachfolgenden Zeit zwar aufgelöst worden, und die radikalen politischen Bestrebungen wurden weitgehend in Mißkredit gebracht, die Betonung kultureller Selbständigkeit und ein ausgesprochenes Selbstwertgefühl haben aber sehr wohl überlebt.

Am 9.November 1965 führte der Defekt eines Elektrizitätswerkes zu einem 12 Stunden dauernden Stromausfall.

Im Juli 1969 wurde ein „American Dream“ Wahrheit, die erste bemannte Raumfahrt zum Mond. Der Besatzung der Apollo 11 unter ihrem Kommandanten Neil A. Armstrong wurde nach ihrer Rückkehr ein begeisterter Empfang der New Yorker Bevölkerung zuteil.

Das „World Trade Center“, erneut das höchste Gebäude der Welt, wurde 1973 fertiggestellt, ein mächtiges Statussymbol der Neuen Welt. Dennoch ging die Finanzmetropole in der 70ern fast bankrott, weil immer mehr Einwanderer eine schwere Belastung für die Stadtkasse darstellten. Eine Staatsanleihe war das einzige Mittel, um New York City zu retten. Gut angelegtes Geld, denn Wall Street notierte in den 80ern bereits wieder Spitzenwerte.

13. Juli 1977: In New York fällt für mehrere Stunden der Strom aus. Nach einer Welle von Plünderungen werden mehr als 3000 Menschen festgenommen, neun Monate später schnellte die Geburtenrate deutlich in die Höhe.


1990 wurde David Dinkins zum ersten afroamerikanischen Bürgermeister gewählt. Schwere Zeiten kamen auf ihn zu, denn die Stadt wurde im Zusammenhang mit dem Golfkrieg von einer Rezession getroffen. Das Steuereinkommen sank drastisch und die öffentlichen Ausgaben mußten erheblich gesenkt werden. Eine Welle der Abwanderung aus der Stadt, sowohl von Privathaushalten, als auch von großen Unternehmen, setzte ein. 1993 erfolgte ein erstes Mal ein Angriff muslimischer Terroristen auf das World Trade Center.

In diesen schwierigen Zeiten wurde Rudolph Giuliani 1993 zum Bürgermeister gewählt. Er machte sich daran, Drogendealer, organisierte Kriminalität, Korruption und andere kriminelle Aktivitäten erfolgreich zu bekämpfen. 1995 setzten Giuliani und seine Administration die größte „welfare-to-work“ (von der Sozialhilfe zur Arbeit) Initiative des Landes in Gang und senkten damit die Sozialhilfekosten um die Hälfte. Mehr als 640.000 Menschen konnten so von der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit entlassen werden. Dies war sicherlich eine der größten Leistungen während seiner zwei Wahlperioden.
Als zweite Höchstleistung ist seine Führungsleistung zu nennen, als arabische Terroristen am

11. September 2001 vier Passagierflugzeuge entführten. In einem niemals vorhersehbaren terroristischen Akt lenkten die Entführer zwei dieser Flugzeuge nach New York so, daß sie in die Zwillingstürme der World Trade Center stürzten, mehr als 3.000 Menschen in den Tod rissen und die zum Symbol der Stadt und des ganzen Landes gewordenen Gebäude zerstörten. Die ganze Welt hielt den Atem an und bald machte die Erkenntnis die Runde, daß „nichts mehr sein würde wie zuvor“. In einer einzigartigen nationalen Bewegung versicherten sich die Amerikaner „united we stand“, dass sie in den Zeiten dieser nationalen Tragödie zusammenstehen wollten.

Am 01. Januar 2002 hat Michael Bloomberg das Amt des New Yorker Bürgermeisters übernommen. Nun ist es an ihm, die New Yorker in eine Zukunft ohne Angst zu führen, fest bauend auf die sprichwörtliche Standfestigkeit dieses einmaligen Völkergemischs. New York City ist ein Schmelztiegel, der Europäer, Afrikaner, Asiaten und besonders auch die Einflüsse der amerikanischen Ureinwohner vereint.

Der englische Schriftsteller Herbert G. Wells brachte es auf den Punkt als er New York City wie folgt charakterisierte:

"To Europe she was America, to America she was the gateway of the earth.
But to tell the story of New York would be to write a social history of the world."

(„Für Europa war es (New York) Amerika, Für Amerika war es das Tor (die Chance) zum Irdischen (materiellen Glück oder Erfolg).
Aber die Geschichte New Yorks zu vermitteln, hieße eine Sozialgeschichte der Welt zu schreiben.“)

Am 14. August 2003 gegen 16:11 Uhr Ortszeit fiel in grossen Teilen des Nord-Ostens der Vereinigten Staaten der Strom aus. Zu den betroffenen Bundesstaaten gehörten neben New York auch Connecticut und Ohio, insbesondere New York City, Cleveland, Detroit sowie andere Großstädte.
Wegen einer Überlastung der Kraftwerke brach das Niagara-Mohawk-Stromnetz mit den großen Wasserkraftwerken um die Niagara-Fälle zusammen. Es kam dann zu einer Kettenreaktion in den Stromnetzen der anderen Bundesstaaten. Erst am 16. 08. 2003 normalisierte sich die Lage langsam wieder.

Ein Jahr nach dem Anschlag war Ground Zero (so nannte man das Gebiet) vollständig von Schutt geräumt. Der letzte Stahlträger wurde im Rahmen einer Feierlichkeit mit einem Sattelschlepper von der Unglücksstelle gefahren.
Hunderte Polizisten, Feuerwehrmänner und natürlich die Angehörigen der Opfer schlossen ein trauriges Kapitel in der Geschichte.
Zur Zeit gilt das Gelände offiziell wieder als Baustelle und Pläne für eine Neubebauung gibt es bereits.

Die Deutschen in New York

Die ersten deutschen Einwanderer kamen am Anfang des 18. Jahrhunderts nach New York und entgingen so dem Zugriff der Truppen Ludwigs des XIV., die sich der Pfalz bemächtigten. Unter ihnen war auch der berühmte New Yorker Verleger Johann Peter Zenger (s.o.).

Im Jahre 1777 wanderte ein anderer Deutscher in die USA aus, dessen Name noch heute in den USA in aller Munde ist, Friedrich Wilhelm von Steuben. Als Offizier im preußischen, hohenzollernschen und badischen Heer wurde er von Abgesandten General Washingtons nach Amerika geholt und machte sich dort als erster Generalinspekteur um die Ausbildung der amerikanischen Kontinentalarmee besonders verdient. Diese Ausbildung war die Grundlage für den Erfolg von Washingtons Truppen im Unabhängigkeitskrieg.

An diese ausserordentliche Leistung wird auch heute noch durch die alljährlich im September stattfindende “Steuben Parade” in New York, Philadelphia und Chicago erinnert. In New York ist die Parade nach der Thanksgiving Parade die zweitgrößte im Jahreslauf und wurde 2002 zum 45. Mal gefeiert. Die weltberühmten Entertainer Siegfried und Roy waren die “Grand Marshals” der diesjährigen Parade. Unzählige deutsch-amerikanische Vereine aus den USA, Musikkapellen und Vereine aus Deutschland, nicht zuletzt auch immer eine der großen Kölner Karnevalsgesellschaften, rechnen es sich zur besonderen Ehre an, bei diesem Fest dabei zu sein.

Johannes Jakob Astor aus Waldorf in Deutschland kam1784 mit $25 und sieben Flöten in den USA an. Als begnadeter Kaufmann erwarb er ein unbeschreibliches Vermögen und avancierte zum reichsten Mann des Landes. Er begründete eine Familiendynastie und das weltberühmte New Yorker Hotel Waldorf Astoria.

„The Staats", die New Yorker Staatszeitung, gegründet 1834 von den German Jacksonian Democrats der Stadt hat sich, als eines der wenigen überlebenden deutschsprachigen Blätter, bis heute gehalten. Zunächst täglich, erschien die Zeitung ab 1953 dreimal wöchentlich und dann nur noch einmal die Woche. Langsam aber unerbittlich geht die Auflagenzahl zurück, wie dies generell bei der Presse der älteren Einwanderervolksgruppen der Fall ist. : Im Jahre 2001 haben in den USA nur noch 8 (in Worten acht) deutsch schreibende Zeitungen überlebt. Die New Yorker Staatszeitung ist immer noch dabei. Die folgende website, leider nicht mehr ganz frisch, weiß mehr: New York Staatszeitung


Millionen von Einwanderern verzeichneten die USA zwischen 1820 und 1860. Nach den Iren kam die zweitstärkste Gruppe aus Deutschland. Fast eine Million Deutsche wanderten von 1842 bis 1856 ein, hier erreichten die Einwanderungszahlen Spitzenwerte; so kamen allein im Jahr 1854 nicht weniger als 215.000 Deutsche ins Land. Viele von ihnen waren völlig verarmte Handwerker und Bauern. So wurden z.B. Teile der Eifel fast gänzlich entvölkert. Man wanderte aus, weil zu Hause kein Auskommen mehr war. Andere, und das waren mehr als 4.000, waren politische Flüchtlinge nach der gescheiterten Revolution von 1848. Berühmte Namen finden sich unter diesen Auswanderern, so auch Karl Schurz, der spätere U.S. Innenminister und enge Freund Präsident Abraham Lincolns. Diese sogenannten 1848er waren, anders als die Auswanderer zuvor, Akademiker aller Sparten, Personen die in die Politik verwickelt waren und auch Soldaten. Ein unschätzbarer Gewinn für die USA, denn ihr Wissen, Idealismus und Ihre Leistungsbereitschaft wurden hier dringend gebraucht.

In New York waren die Deutschen nicht immer nur willkommen, denn die so beliebten Liedertafeln und Turnvereine etc. feierten fröhliche Urstände, die bis in unsere Tage von den deutschen Einwanderern gepflegt werden. Dies wurde gelegentlich als “unamerikanisch” empfunden. Auch war der Fleiß und die “deutsche Pünktlichkeit” nicht nur ein Segen für die durch das bunte Völkergemisch geprägte Umgebung.

Die deutschen Einwanderer siedelten in großen Teilen im sogenannten "Little Germany" rund um die "Avenue B" im heutigen East Village. Die neu gegründeten Geschäfte und Fabriken und Handwerksbetriebe erhoben das Viertel bald zum "German Broadway".


Das nationalsozialistische Regime Adolf Hitlers trieb viele Deutsche in die Neue Welt, unter ihnen führende deutsche Wissenschaftler, Hochschulprofessoren, Schriftsteller, Musiker, Architekten und andere Künstler und Intellektuelle. Namen wie Albert Einstein, Bruno Walter, Arnold Schoenberg, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Hans Bethe, Thomas Mann, Marlene Dietrich, Kurt Weil, Billy Wilder und Hannah Arendt stehen für über 130.000 und fast alle fanden ihren Weg in die Freiheit über New York City. Ein unvorstellbarer Aderlaß für Deutschland und gleichzeitig ein riesiger Gewinn für die Vereinigten Staaten.

1990 haben 50 Millionen (23%) der U.S. Bürger angegeben entweder vollständig oder teilweise deutscher Abstammung zu sein, dies ist mit Abstand der größte ethnische Anteil an der amerikanischen Bevölkerung. Weitere Zahlen lauten: Iren = 39 Mio, Engländer = 33 Mio, Afro Amerikaner = 24 Mio, Italiener = 15 Mio alle anderen unter 15 Mio.

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